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Jan 4 / 10:20am

Kein Kommentar zu Wulff

  • "Wenn Freunde, die einen Kredit gegeben haben, in die Öffentlichkeit gezogen werden, dann hat man Schutzfunktionen."
  • "Ich bin fest davon überzeugt, dass ich durch eine ganze Reihe von Aktivitäten, in der Amtszeit das Amt des Bundespräsidenten wieder gestärkt habe."
  • "Ich möchte nicht Präsident in einem Land sein, wo sich jemand von Freunden kein Geld mehr leihen kann."
  • "Es kommen schwierige Aufgaben auf uns zu und da braucht es eben auch einen Bundespräsidenten, der sich diesen Aufgaben zuwenden kann."
  • "Wir machen in diesem Jahr einen Jugendtag zur Stärkung der Demokratie."

Quelle

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Oct 31 / 12:44am

Unmenschliche Anforderungen

Reflexhaft stürzt sich das Netz auf die Ausrutscher mancher Politiker. Das ist kontraproduktiv und schizophren. Wer authentische Politiker fordert, darf sie nicht für Fehler verlachen.

Transparent soll er sein, der Politiker des Internet-Zeitalters. Authentisch soll er sein, offen, natürlich, und ungekünstelt. Er soll keine Floskeln und Phrasen in die Fernsehkameras und Mikrofone abfeuern, sondern er soll sich mit den Bürgern auf gleicher Augenhöhe unterhalten, in einer menschlichen Sprache, nicht in diesen industriell gefertigten Sprachersatzstücken, die Politiker sonst so gerne um sich werfen. Und twittern soll er, natürlich eigenhändig.

Viele mit dem Internet sozialisierte Menschen wünschen sich solche Politiker. Ich auch. Besonders laut wünschen sie sich immer wieder die Piraten. Aber Transparenz und Authentizität gibt es nicht ohne Gegenleistung. Wenn die Piraten (oder ich) das einfordern, müssen sie (oder ich) bereit sein, dafür etwas zurückgeben: etwas, das man Großmut nennen könnte, oder Toleranz, oder auch Nachsicht, und wenn man Pathos mag, darf man sogar Menschlichkeit dazu sagen.

Warum das so ist, steht zum Beispiel im aktuellen Spiegel. Auf Seite 66 schildert Redakteur Sven Becker, wie sich der Berliner Pirat Christopher Lauer über einen Ausspruch von Bärbel Höhn in der Sendung “Anne Will” amüsiert. “Ich gucke jetzt mal Internt”, hatte die Grünen-Politikerin gesagt. Glaubt man dem Spiegel-Mann, ist der Höhn-Spruch noch Wochen später Anlass unter Piraten, sich über die Internet-fernen Alt-Politiker kaputt zu lachen. Damals, während der Sendung, hatte sich Twitter kurzzeitig in eine einzige, riesige Höhn-verhöhnungs-Maschinerie verwandelt. Eine Politikerin erlaubt sich im Eifer eines TV-Gesprächs einen kurzen gedanklichen Aussetzer, das Netz quillt über vor Häme und Spott, und die Piraten lachen ihr lautestes Piraten-Gelächter: Arrr, arrr!

Warum der Wunsch nach echten Menschen in der Politik unmöglich zusammen gehen kann mit dem Schulhof-Reflex, auf jeden, der hinfällt, mit dem Finger zu zeigen und ihn lautstark auszulachen, darüber schreibt Stefan Niggemeier im gleichen Heft nur eine Seite weiter, in einem nachdenklichen Text unter dem Titel “Fetisch Transparenz”, und er stellt die These auf: “Das Transparentmachen des politischen Entscheidungsprozesses führt nicht zur fundierten Auseinandersetzung mit den Inhalten, sondern zu einer stärkeren Fixierung auf die Inszenierung.”

Wer nun aber keine Inszenierung will, wer keine glattpolierten, gecoachten, trainierten und programmierten Sprechautomaten in der Politik will, wer sich stattdessen echte Menschen in der Politik wünscht, der muss ihnen zugestehen, menschlich zu sein, der muss ihnen erlauben, Fehler zu machen und Schwächen zu zeigen - selbst dann, wenn es die politischen Gegner sind.

Wer einfach nur Transparenz fordert, etwa ausschließlich öffentliche Sitzungen und live gestreamte Verhandlungen um jeden Preis, der wird mehr Inszenierung bekommen und weniger Authentizität. Wer daraufhin mehr Authentizität verlangt, menschlichere Politiker, der darf sie nicht nach dem ersten gedanklichen Fehlgriff mit Scheiße bewerfen. 

Die Medien und die Bürger - auch und gerade im Internet - feuern ihre Fäkalien-Katapulte auf jeden Politiker, der sich einmal gedanklich verläuft oder der verbal in die falsche Schublade fasst - nur um sich einen Blog-Absatz später Politiker zu wünschen, die sich ein wenig menschlicher verhalten. Da ist er, der 21st Century Schizoid Man.

(Dieser Text erschien in leicht redigierter und leicht gekürzter Form am Samstag im Tagesspiegel. Foto: the|G|™)

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Oct 23 / 3:28am

Anne goes 8 Bit

Anne Lucht hat seinerzeit fast alle Folgen von Sixtus vs. Lobo geschnitten und postproduziert. Zum Elektrischen Reporter trägt sie aktuell lustige Scherenschnitt-Animationen in der Rubrik "Uebermorgen.TV" bei. Jetzt hat sie auch noch ein wunderhübsches Musikvideo herbeigezaubert. Toll!

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