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Aug 25 / 9:46am

Christoph Keese: "Sie haben Jehova gesagt!"

In seinem privaten presseähnlichen Angebot verschwörungstheoretisiert Christoph Keese, (der "Konzerngeschäftsführer Public Affairs" der Axel Springer AG) heute ein wenig über die Initiative gegen ein Leistungsschutzrecht IGEL. Herr Keese hat sich die Liste der IGEL-Unterstützer sehr genau angesehen und dabei festgestellt, dass Google dort als einziges Großunternehmen aufgeführt ist. Aus diesem Umstand kann man sicherlich viele Schlüsse ziehen. Christoph Keese hat sich für folgende Folgerung entschieden:

Es fällt doch sehr auf, dass – wann immer Verlage über den Schutz vor ungenehmigten gewerblichen Kopien sprechen – mindestens ein Mitglied des IGEL-Freundeskreises auf Google und Snippets zu sprechen kommt. Man kann über Leistungsschutzrechte nicht reden, ohne dass IGEL sofort „Snippet“ und „Google“ in den Raum ruft, obwohl das nur ein Nebenaspekt ist.

Nun wäre es natürlich möglich, dass Google mit den Gegnern eines so genannten Leistungsschutzrechtes im Allgemeinen und mit den IGEL-Unterstützern im Speziellen eine Art geheimes Abkommen geschlossen hat, so in der Art: "Wenn der Keese 'Leistungsschutzrecht' sagt, dann ruft Ihr sofort 'Snippet' und 'Google' in den Raum." Denkbar ist schließlich Vieles. 

Denkbar wäre natürlich auch, dass der Dreiklang "Leistungsschutzrecht", "Snippet" und "Google", sich aus ganz anderen Gründen derart Dreifaltigkeit-esque in den Hirnen aller verankert hat, die dieses Thema schon ein wenig länger verfolgen.

Zum Beispiel weil Christoph Keese am 20.01.2010 auf einer Podiumsdiskussion laut Valie Djordjevic sagte:

Auch Google und andere News-Aggregatoren sollen Abgaben zahlen, wenn sie mit so genannten Snippets – kurzen Ausschnitten aus Zeitungsartikeln, die mit den Links zu den Zeitungen selbst angezeigt werden – Geld verdienen würden, indem sie Werbung daneben schalten. 

Vielleicht auch, weil Christoph Keese in einem Interviev mit promedia/Carta sagte:

Google ist bisher nicht redaktionell tätig und tritt auf dem Markt für Nachrichten und Meinungen nicht als eigener Inhalte-Anbieter in Erscheinung. Zu prüfen aber wird die Frage sein, ob die einseitige Setzung des Preises Null für Snippets und die Weigerung, den Verlagen einen Anteil an AdWords-Erlösen zu gewähren, eine missbräuchliche Nutzung einer marktbeherrschenden Stellung darstellt. 

Eventuell aber auch weil sich Christoph Keese am 25.02.2010 auf einem anderen Podium so verstanden wurde:

Für die Übernahme von Kurzzusammenfassungen von Nachrichten wolle die Branche aber die Hand aufhalten. Dabei handle es sich um eine journalistische Kleinform, die jeden Tag in "Hunderten von Arbeitsstunden in den Verlagen" geschaffen werde: "Das ist unser Eigentum." 

Das kann man natürlich machen: tagein, tagaus über irgendwelche Podien tingeln, Interviews geben und Kampfschriften verfassen und dabei permanent "Google", "Snippet" und "Leistungsschutzrecht" rufen. Man kann sich sogar dafür bezahlen lassen, so wie Christoph Keese.

Daraus zu folgern, dass alle Menschen, die "Google", "Snippet" und "Leistungsschutzrecht" rufen, als direkte Reaktion auf das eigene "Google"-"Snippet"-und-"Leistungsschutzrecht"-Rufen, ebenfalls dafür bezahlt werden, kann ich mir eigentlich nur als eine Fehlfunktion der Mustererkennung erklären. Aber das wäre nur einer von vielen möglichen Schlüssen, die man ziehen kann. Denkbar ist schließlich Vieles. 

P.S. Ich unterstütze die Initiative IGEL in ideeller Form. Geld ist nie geflossen, in welche Richtung auch immer. Manchmal schreibe ich auch Artikel über das so genannte Leistungsschutzrecht.

6 comments

Aug 25, 2011
Mela said...
Hat Keese schon drüber nachgedacht für das Mikro-Snippet Google, Snippet, Leistungsschutzrecht Leistungsschutzrecht zu verlangen? Könnte sich lohnen, jetzt wo es doch alle ... Oh, wait!
Aug 25, 2011
Daniel Schultz said...
"Google ist bisher nicht redaktionell tätig und tritt auf dem Markt für Nachrichten und Meinungen nicht als eigener Inhalte-Anbieter in Erscheinung."

Nun, ja...

http://ap-google.onlinenewsassociation.org/

Aug 26, 2011
Michael Maaß said...
ein moderner Nostradamus hat auch das vorhergesehen http://www.youtube.com/v/hZEhtVoI16g?version=3
Aug 26, 2011
ishtar_ said...
ich finde ja, Google sollte von den Verlagen Geld dafür verlangen dass sie quasi werbend auf deren Nachrichtenangebot mit Auszügen verlinken.
Aug 26, 2011
zwischendenstühlen said...
Mir fällt dazu die belgische Realsatire zum Leistungsschutzgeld ein ...
Aug 26, 2011
VonFernSeher said...
Ich bin mir ja gar nicht so sicher, ob es den Verlagen so gut gefiele, würde Google tatsächlich mal ernsthaft redaktionell tätig. Manch einer wähnte sich noch bei den Siegern…

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